Leitbild für das Siloah St. Trudpert Klinikum in Pforzheim

Das Siloah St. Trudpert Klinikum entstand 2009 aus dem Zusammenschluss des Krankenhauses

Siloah und des Krankenhauses St. Trudpert. Es versteht sich als eine ökumenische Einrichtung.

 

Wozu ein Leitbild?

Das Leitbild bringt zum Ausdruck, wie wir als Mitarbeitende des Siloah St. Trudpert Klinikums uns selbst verstehen und an welchen Werten wir uns orientieren. Es hilft, die Satzung des Evangelischen Diakonissenvereins Siloah als Träger des Siloah St. Trudpert Klinikums bzw. die Satzung des Klosters St. Trudpert e.V. und das Leitbild der Schwestern vom Hl. Josef zu St. Trudpert zu verwirklichen. Aus dem Leitbild sollen für den Arbeitsalltag Ziele abgeleitet, Prioritäten gesetzt und einvernehmliche Ent­scheidungen getroffen werden. Alle Mitarbeitenden in unserem Klinikum sind berechtigt, sich auf die­ses Leitbild zu berufen. So stellt es den Maßstab für unsere Arbeit und für den Umgang miteinander dar.

Woher kommen wir? - Siloah

Die Gründung des Evangelischen Diakonissenvereins Siloah

Der Evangelische Diakonissenverein Siloah wurde im Jahre 1872 gegründet. Die Motivation der Gründungsmitglieder waren die Liebe Jesu Christi und der Wunsch, diese Liebe an kranke, alte und behinderte Menschen weiterzugeben. Damit verfolgten die Gründer des Vereins das Ziel, humanitäre Hilfe auf der Grundlage eines christlichen Menschenbildes zu leisten.

Nach der Satzung des Evangelischen Diakonissenvereins Siloah „sollen möglichst Schwestern einer Diakonieschwesternschaft zur Pflege berufen werden.“ Seit 1966 besteht ein Gestellungsvertrag mit der Evangelischen Diakonieschwesternschaft Herrenberg-Korntal.

 

 

Namensbedeu­tung von Siloah

Für den Trägerverein und das Krankenhaus wurde ein Name aus der Bibel gewählt. Im Johannes­evangelium wird von einer Krankenheilung berichtet. Jesus legte einem Blinden Lehm auf die Augen und sagte zu ihm: „Geh zum Teich Siloah und wasche dich.“ Der Kranke vertraute Jesus, tat was die­ser sagte, und kam sehend zurück.

Und Jesus ging vorüber und sah einen Menschen, der blind geboren war. Und seine Jünger fragten ihn und sprachen:

Meister, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren ist? Und Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar wer­den an ihm.

Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann.

Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. Als er das gesagt hatte, spuckte er auf die Erde, machte daraus einen Brei und strich den Brei auf die Augen des Blinden. Und er sprach zu ihm: Geh zum Teich Siloah – das heißt übersetzt: gesandt – und wasche dich! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder.

 

(Johannesevangelium, Kapitel 9)

 

 

Die Diakonie

Die Botschaft der Bibel ist Auftrag und Ermutigung für die diakonische Arbeit, die sich dem Menschen in seiner Ganzheit zuwendet. Die Hoffnung, dass Gott Heil und Heilung schenkt, kommt in dem Gebet des Propheten Jeremia zum Ausdruck:

„Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen.“

 

Woher kommen wir? - St. Trudpert

Die Gründung des Ordens

Die Schwesterngemeinschaft vom Hl. Josef wurde im Jahre 1845 durch den Priester Abbè Blank in St. Markus (Elsass) gegründet. Der Gründer wählte als ihren Schutzherrn den Hl. Josef. Die Motivation des Gründers war, den Menschen zu bezeugen, dass Gott die Liebe ist und dass wir diese Liebe durch unsere karitative Tätigkeit an die Mitmenschen weitergeben, entsprechend dem Satz des Apostels Paulus: „Die Liebe Christi drängt uns.“

 

 

Namensbedeutung von St. Trudpert

Der Hl. Trudpert war ein irischer Mönch und Glaubensbote. Er erlitt um das Jahr 607 im Münstertal den Märtyrertod. Ihm zu Ehren wurde dort die Trudpertkapelle errichtet. In der Folgezeit entstand an diesem Ort das Kloster St. Trudpert, eine Benediktinerabtei, die durch die Säkularisation aufgehoben wurde. Im Jahr 1920 wurde das Kloster durch die Josefsschwestern, die aus St. Markus im Elsass kamen, wieder neu belebt.

Der Name St. Trudpert wurde dann für das Krankenhaus übernommen, das im Jahr 1929 in Pforz­heim erbaut wurde.

 

Was bewegt uns heute?

Zunehmender Wettbewerb bestimmt die Situation im Gesundheitswesen. Kostendruck, höhere Er­wartungen von Patientinnen und Patienten, ständig fortschreitende Entwicklungen in Medizin und Technik sowie wachsender Verwaltungsaufwand sind die derzeitigen Herausforderungen, denen wir uns stellen.

Die Entwicklung einer leistungsfähigen Krankenhausorganisation ist unerlässlich, damit wir trotz knapper Ressourcen unseren diakonisch-karitativen und gesellschaftlichen Auftrag erfüllen können.

 

Wie handeln wir?

Im Rahmen eines umfassenden Qualitäts- und Risikomanagements werden Strukturen und Arbeitsab­läufe im Blick auf die Versorgung und Sicherheit der Patientinnen und Patienten sowie die Wirtschaftlichkeit laufend überprüft und verbessert.

Durch die Sicherstellung einer ständigen Aus-, Fort- und Weiterbildung fördern wir Kompetenz und Professionalität. Damit tragen wir zur fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung aller Mitarbeitenden bei.

Der Arbeits- und Gesundheitsschutz für unsere Mitarbeitenden stellt eine wichtige Säule im Klinikumsalltag dar. Dies zeigt sich in der kontinuierlichen Weiterentwicklung in Bezug auf Sicherheit sowie in Maßnahmen zu Prävention und Gesundheitsförderung.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein wichtiger Schritt, um eine familienbewusste Unternehmenskultur anzustreben. Ziel ist es, durch veränderte Bedingungen und gegenseitigem Verständnis mehr Zeitsouveränität für die Mitarbeitenden zu gewinnen.

Gemäß dem christlichen Grundsatz „Die Schöpfung bewahren“ wissen wir uns persönlich und als Einrichtung zu umweltbewusstem Handeln und gesundheitsbewusster Lebensführung aufgerufen. In diesem Sinne achten wir auch unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten auf einen sorgfältigen Umgang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen.

 

Wie arbeiten wir?

Wir leisten unsere Arbeit in der Spannung zwischen ökonomischem Druck und Nächstenliebe und sind davon überzeugt, dass diakonisch-karitatives Handeln auch in der aktuellen Situation unser Auf­trag bleibt.

  • Wir wollen, dass in unserem Klinikum Menschen Linderung und Heilung von ihren Krankheiten finden.
  • Alle Mitarbeitenden setzen dafür ihr Wissen und ihr Können ein.
  • Wir achten und schützen die Würde des Menschen und verstehen jeden Menschen als von Gott nach seinem Bild geschaffen und von ihm geliebt. Krankheit, Schwäche und Hilfsbedürf­tigkeit gehören zum Wesen des Menschen und können seine Würde nicht beeinträchtigen.
  • Unsere Hilfe gilt allen, unabhängig von Herkunft, Nationalität und Religion.
  • Den Menschen, die sich uns anvertrauen, begegnen wir in Herzlichkeit und Güte.
  • In einer Zeit, in der die wirtschaftlichen Fragen im Vordergrund stehen, wollen wir den Men­schen in seiner Einheit von Leib, Seele und Geist im Blick behalten.
  • Die Begleitung von Sterbenden und ihrer Angehörigen sowie das Abschiednehmen von Verstorbenen sind uns wichtige Anliegen.

Das Evangelium von Jesus Christus ist die Grundlage unseres Dienstes.

Wie gehen wir miteinander um?

Als Mitarbeitende streben wir eine klare, aufrichtige, zweckdienliche und taktvolle Kommunikation untereinander und um gegenseitige Akzeptanz an. Meinungsunterschiede verstehen wir als Chance zum Lernen und nicht als Bedrohung. Alle haben Anspruch darauf, dass Anregung und Bedenken, Anerkennung und Kritik, Ermutigung und Beschwerde deutlich und hilfreich direkt an sie gerichtet werden. Zugleich legen wir Wert auf Teamarbeit sowie auf effektive, kooperative und partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Berufsgruppen auf allen Ebenen. Wir achten und respektieren die religiösen Bedürfnisse der Mitarbeitenden.

 

Als Mitarbeitende in Leitungsfunktionen sind wir in besonderer Weise verantwortlich für die Organisa­tion der alltäglichen Arbeit sowie für die zukunftsorientierte Weiterentwicklung unseres Klinikums.

Wir legen Wert auf eine einvernehmliche Regelung von Aufgabenteilung und Arbeitsweise aller Beteiligten.

Dabei tragen wir Sorge dafür, dass die Mitarbeitenden im Rahmen ihrer Möglichkeiten eingesetzt werden.

Leiten heißt für uns: überzeugen und sich überzeugen lassen, fördern und fordern, anregen und zuhören, Störungen wahrnehmen und zu ihrer Behebung beitragen sowie neue Entwicklungen erkennen und nutzbar machen.

Im Gelingen und Scheitern sind wir bei alledem Lernende und auf gegenseitige Vergebungsbereit­schaft angewiesen.


 

Realisierung & Design: Agentur Lorch