Screening-Sommer 2019

Das Aortenaneurysma: Vorsorge für das größte Blutgefäß

Von einem Aneurysma sprechen Mediziner, wenn sich an der Wand von Blutgefäßen ballonartige Erweiterungen bzw. Aussackungen gebildet haben. Am häufigsten tritt ein Aneurysma an der Aorta, der Hauptschlagader, auf. Über 90 Prozent der auftretenden Aortenaneurysmen betreffen die untere Hauptschlagader im Bauchraum, das sogenannte Bauchaortenaneurysma.

Gefährlich werden können derartige krankhafte Erweiterungen der Brust-, Bauch- oder Beckenschlagader, wenn sie unentdeckt bleiben. Denn je größer ein Aneurysma ist, umso größer ist auch das Risiko, dass es reißt – dann wird es lebensgefährlich.

Eine aktive Vorsorge kann einen solchen Notfall vermeiden: Seit 2018 haben gesetzlich krankenversicherte Männer ab 65 Jahren – diese gehören zur Hauptrisikogruppe - Anspruch auf ein einmaliges Ultraschallscreening zur Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen. Die Untersuchung zeigt, ob sich die Aorta verändert bzw. erweitert hat.

Info-Aktion „Screening-Sommer 2019

Zusammen mit Ärzten und Praxen aus Pforzheim und der Region möchte die Klinik für Gefäßchirurgie am Siloah St. Trudpert Klinikum mit der Aktion „Screening-Sommer 2019“ zur Erkrankung des Aortenaneurysmas informieren und Männer ab 65 Jahren dazu aufrufen, die Vorsorge-Untersuchung in Anspruch zu nehmen.

Weil gesetzlich krankenversicherte Männer ab 65 Jahren ein Mal im Leben Anspruch auf ein Ultraschallscreening zur Früherkennung von Bauch-Aortenaneurysmen haben, sollte ein Vorsorge-Screening in Anspruch genommen werden. „Denn in diesem Alter hat man entweder schon ein Aneurysma entwickelt oder eben nicht“, weiß der Chefarzt.

Folgende Ärzte und Praxen sind Partner der Aktion, bei ihnen und ihrem Hausarzt können Patientinnen und Patienten ein Screening durchführen lassen:

Dr. med. Thomas Abele, Maulbronn
Dr. med. Gudrun Bachschmid, Bad Herrenalb
Dr. med. Michael Bambach, Maulbronn
Dr. Univ. Novi Sad Edmund Bayer und Dr. med. Paul Pitsch, Pforzheim
Dr. med. Matthias Bittighofer, Pforzheim
Dres. med. Steffen Brenk und Marko Schröck, Pforzheim
Dres. med. Claudia Franke-Schenk und Gertrud Mund, Karlsberg-Spielberg
Dr. med. Gerald Freier und Kamil Celik, Neuenbürg
Dr. med. Uwe Fröhlich, Pforzheim
Dr. med. Heike Giek und Georg Goldfuß, Tiefenbronn
Dres. med. Christoph und Renate Haag, Oberderdingen-Flehingen
Ralph G. Hammer, Pforzheim
Dr. med. Thomas Helder, Mühlacker
Dr. med. Jochen Hofmann, Birkenfeld
Ulrike Kluge, Königsbach-Stein
Dr. med. Günther Krause, Engelsbrand
Dr. med. Werner Kuhn, Pforzheim
Dres. med. Andre Lais und Thomas Lais, Eisingen
Dr. med. Joachim Leitz, Bretten
Dr. med. Hans-Peter Lutz, Pforzheim
Dr. med. Till Neugebauer, Maulbronn
Dr. med. Werner Polster, Engelsbrand
Dr. med. Hennig Praefcke, Remchingen
Dres. med. Ute Rabe und Christine Körner-Gerber, Königsbach-Stein
Dr. med. Günther Kurt Rapp, Knittlingen
Claudia Richter und Dr. med. Armin Vogel, Tiefenbronn
Dr. med. Gerhard Rimmelspacher, Ettlingen
Matthias Roth, Kürnbach
Dr. med. Christina Sanwald, Pforzheim
Dr. med. Susanne Schaeff, Bad Herrenalb
Dr. med. Alexander Schleider, Pforzheim
Dr. med. Frank Schneider, Mönsheim
Dr. med. Andreas Schuhmann, Pforzheim
Dr. med. Oliver Stütz, Pforzheim
Dr. med. Stefan Trick, Pforzheim
Dr. med. Michael Volz, Ispringen
Gero von Langsdorff, Ötisheim
Dr. med. Roland Weil, Pforzheim
Dr. med. Werner Widmann, Engelsbrand
Dr. med. Annette Zimmermanns; Kämpfelbach

 

7 Fakten zum Aortenaneurysma

Warum ist es so gefährlich?
Ein Aneurysma ist eine echte Zeitbombe, denn: „Es verursacht keine Schmerzen bei den Betroffenen.  Oft entdecken Hausärzte erst im Rahmen einer Routine-Untersuchung die krankhafte Veränderung“, so Dr. med. Thomas Kowalski, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie am Siloah St. Trudpert Klinikum.

Was sind die Ursachen?
Ursache für die meisten Aneurysmen ist eine Gefäßverkalkung, die zu einer Erweiterung der Brust-, Bauch- oder Beckenschlagader führt. In diese Erweiterung sammelt sich das Blut über die Zeit an und die Gefäßwand der Aorta platzt irgendwann regelrecht.

Wer ist betroffen?
Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen bilden Männer ab 65 Jahren die  Hauptrisikogruppe; sie sind wesentlich häufiger betroffen als Frauen im gleichen Alter. 

Was sind die Risikofaktoren?
Wer geraucht hat oder raucht, unter Arteriosklerose leidet oder es in der Familie bereits Fälle der Gefäßerweiterung gab, hat ein größeres Risiko, ein Aneurysma zu entwickeln, als andere.

Wie stelle ich fest, ob ich ein Aneurysma habe?
Eine Screening-Untersuchung mit Ultraschall ist schmerzlos und strahlenfrei. Hierbei kann man sehen, ob sich die Aorta erweitert hat.

Wann wird es kritisch?
Ist ein Aneurysma erst mal entstanden, kann es nicht mehr kleiner werden. Indem
man die Blutfettwerte und den Blutdruck stabilisiert, kann allerdings ein weiteres
Anwachsen verlangsamt werden. Hat der Arzt eine Erweiterung festgestellt, kommt es auf den Durchmesser des betroffenen Gefäßes an: Weist das Aneurysma der Aorta einen Durchmesser von 5 cm und mehr auf, ist die Gefahr, dass es durch einen Gefäßwandeinriss platzt, gegeben. Gefäße mit einem Durchmesser von weniger als 5 cm müssen regelmäßig beobachtet werden.

Wann muss operiert werden?
Hat ein Aneurysma den Durchmesser von 5 cm und mehr erreicht, muss es operativ versorgt werden. Dies geschieht in der Regel mit einem minimal-invasiven (endovaskulären) Eingriff, bei dem eine Stent-Prothese über die Leistenschlagader per Draht von innen in das Aneurysma eingebracht wird.

Realisierung & Design: Agentur Lorch